Sam Haskins

Ein interessanter Fakt: der 83-jährige weltweit bekannte Modefotograf Sam Haskins ist nicht nur im Netz präsent, sondern bloggt auch. Sein Weblog ist nicht nur lesenswert, sondern beinhaltet einige referenzartige Infos, wie beispielsweise eine ausführliche Liste seinen Lieblingsfotografen (Teil 1, Teil 2, Teil 3).

Den eindeutigen Durchbruch gelang dem Fotografen in den 60er Jahren mit zwei Bilderbänden „Five Girls“ und „Cowboy Kate and Other Stories“. Eine Neuauflage des zweiten Werkes mit Untertitel „Director’s Cut“ ist im Jahr 2006 erschienen. Zurzeit ist das das einzige Buch von Sam Haskins, das neu gekauft werden kann. Das Bilderband ist digital nachbearbeitet und mit 16 weiteren Bildern erweitert.

All pictures copyright ©, Sam Haskins

Merkmale eines Studioblitzes, Folge 3: Ladezeit

Ladezeit

Unter Ladezeit eines Blitzgerätes versteht man das Zeitintervall zwischen letzter Blitzauslösung und der Bereitschaft zum nächsten Auslösevorgang.

Diese Zeit kann je nach Blitzhersteller, jeweiligen Blitzgeräts bzw. der eingesetzten Blitzstärke variieren und pendelt sich in der Regel irgendwo zwischen 0,1 und 5 Sekunden ein. Bei manchen Blitzgeräten ist man gar auf eine längere Wartezeit angewiesen. Die Schlußfolgerung fällt leicht: „schneller“ kann mit „besser“ gleichgesetzt werden. Doch was ist schnell genug?

Die Antwort auf diese Frage hängt sicherlich vom Einsatzzweck ab. Bei Tabletop- und Stilllebenfotografie können längere Ladezeiten leicht verschmerzt werden. Diesselben Zeiten werden als unerträglich empfunden, sobald mehr Bewegung vor der Kamera angesagt ist. Dabei kann schon ein oder anderer Moment unwiederbringlich verpasst werden. Persönlich würde ich auch bei recht gemütlichen Portraitfotografie sehr ungerne mit Ladezeiten über zwei Sekunden arbeiten.

Geladen oder doch nicht?

Manche Hersteller tricksen gerne, um die Ladezeit nach unten zu drücken. Der Bereitschaftzustand wird schon gemeldet, obwohl der Ladevorgang noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Der Trick ist übrigens ganz legal. Nach DIN 19040, Teil 9 – an dieser Stelle bedanke ich mich für die freundliche Auskunft der Firma Bron – kann der Bereitschaftszustand bereits gemeldet werden, wenn der Blitzkondensator erst zu 70% aufgeladen ist. Eine Auslösung rund um diesen Zeitpunkt führt folglich zu unterschiedlichen Belichtungsergebnissen. Dieses Phänomen dürfte Anwendern von billigeren Bliztgeräten nicht unbekannt vorkommen.

Serie „Merkmale eines Studioblitzes“:

Merkmale eines Studioblitzes, Folge 2: Blitzdauer oder wie friere ich Bewegung ein?

Sobald man im Studio mit Bewegung zu experimentieren anfängt – seien es nur vom Ventilator aufgebläste Haare, wird man mit großer Wahrscheinlichkeit eine unangenehme Überraschung erleben: viele Bilder weisen Bewegungsunschärfe auf. Wie kann das sein, obwohl die Blitzdauer – auch Abbrenzeit genannt – mit beispielsweise 1/1000 Sekunde schnell genug sein soll?

Lemon

Copyright (c), Igor Sakharov

Um die Problematik zu verstehen, nehmen wir einen Blitzablauf genauer unter die Lupe. Das Bild 1 zeigt einen idealen Blitzvorgang. Die abgegebene Lichtmenge ist hier über die gesamte Blitzzeit gleichmäßig verteilt.

Blitzdauer - ideal

Die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Die Abgabe der Lichtmenge folgt einem im Bild 2 gezeigten Verlauf.

Am Anfang wird die überwiegende Lichtmenge abgegeben. Danach fällt die Kurve exponentiell ab. Historisch wird nur der erste Zeitabschnitt mit der meisten Lichtmenge berücksichtigt. Das ist der sogenannte t 0,5 Wert. Blitzlichtstärke liegt hier über 50%. Die Lichtmenge dieses Abschnittes bestimmt zwar die Belichtung, allerdings brennt der Blitz nach dieser Zeit immer noch. Eine Bewegung wird von der Kamera somit weiterhin aufgenommen. Besser geeignet ist der t 0,1 Wert. Man berücksichtigt also die Zeit in der die Lichtintensität über 10% liegt.

Bei den meisten Kompaktblitzgeräten wird die Abbrennzeit bei t 0,5 angegeben. Nur wenige Hersteller geben zusätzlich die Abbrennzeit bei dem t 0,1 Wert an, denn diese sieht gegenüber der Zeit bei t 0,5 nicht wirklich vorteilhaft aus. In der Regel ist sie mindestent drei Mal länger als bei t 0,5. In unserem Beispiel wird aus 1/1000 Sekunde effektiv 1/300 Sekunde oder mehr. Die Erfahrung Zeigt, dass man erst ab 1/800-1/1000 Sekunde 0,1-Abbrennzeit bei nicht zu starken Bewegungen auf der sicheren Seite ist.

Im Flug Copyright (c), Igor Sakharov

Steht das Einfrieren der Bewegung nicht auf dem Programm, reicht ein Kompaktblitzgerät mit 1/300-1/800 Zeiten bei t 0,5. Teuerere Blitzgeräte mit 1/2000-1/3000 Zeiten bei t 0,5 können viele Bewegungsexperimente „abfangen“. Wer allerdings viel mit Bewegung arbeiten will, kommt an einem Generator nicht vorbei. Diese sind unter Anderem für sehr schnelle Abbrennzeiten optimiert.

Serie „Merkmale eines Studioblitzes“:

Merkmale eines Studioblitzes, Folge 1: Einstelllicht

Dieser Beitrag startet eine kleine Serie über wichtigsten Merkmale bzw. technischen Parameter eines Studioblitzgerätes. Die Serie kann einem angehenden Studiofotografen sowohl Basiswissen vermitteln, aber auch als Grundlage bei einer Kaufentscheidung dienen. Statt nackte Daten und Zahlen zu vergleichen, die auf Herstellerseiten in Hülle und Fülle gibt, werde ich versuchen praxisrelevante Aspekte anzusprechen. Insbesondere möchte ich Verständnis schaffen, warum ein Blitzgerät das Doppelte oder Dreifache als ein Anderes kosten kann und ob man Besonderheiten des jeweiligen Blitzgerätes wirklich braucht. Nach wie vor soll Portraitfotografie im Studio als Haupteinsatzgebiet fungieren.

Wir fangen mit dem Einstelllicht an. (mehr …)